zur Startseite Sitemap Gaestebuch aufrufen. Impressum Kontaktseite
Jens' NorgesPeriodikum
Infos und Statistiken zu Norwegen
Alles für den Reiselustigen
Tipps und Tricks für den Angler
Empfehlungen zur Ausrüstung
Die richtigen Köder
Umgang mit Pilkern
Wo findet man Fisch?
Weitere Hinweise zum Angeln
Kein Angellatein - Erlebnisberichte
Bildershows zum Träumen
Weitere sehenswerte Seiten im Netz
DAS Forum für den Norwegenfreund

Bitte hier klicken, um den 2. Bericht "Die Nacht der Seelachse" zu lesen. Viel Spaß! :-)

Die ersten Erfolge

Ødegard, 17.06.1995

Es ist der dritte Tag in Norwegen. Wir haben uns dieses mal viel Zeit für die Fahrt genommen. Es war traumhaft. Wir sahen den Latefoss, den wohl schönsten Wasserfall Norwegens, den Eidsfjord, Geirangerfjord, um nur die bekanntesten Sehenswürdigkeiten zu nennen. Übernachtet haben wir in den schon erwähnten Hytten.

Jetzt, es ist 14.15 Uhr sind wir endlich in Ødegard. Der Ort hat zwar einen Namen, aber es sind weitverteilt höchstens 10 Häuser zu sehen. Trotzdem vergeht wieder einmal viel Zeit, bis wir unser Domizil für die nächste Woche gefunden haben.

Eine der ersten Fragen an die freundliche Wirtin war natürlich "Wo kann man hier am besten angeln?" Verwundert schaut uns unsere Wirtin an, zeigt auf den Fjord und meint "Na da!" Wir glauben, sie hat uns nicht richtig verstanden und fragen noch mindestens zweimal. Jedesmal zeigt sie von links nach rechts über den ganzen Fjord und sagt "Da draußen!"

Wir geben es auf. Irgendwie werden wir schon noch erfahren, wo man hier am besten Angeln kann.

Nachdem das Auto ausgeräumt und alles in unserer Hütte verstaut ist, machen wir die Angeln zurecht. Mein Vater hält nach einem Watt ausschau, um Wattwürmer und Muscheln zu suchen. Letztes Jahr haben wir nämlich einen tollen Tip bekommen.

Man nehme einen feinen Gagestrumpf, wie er auf verletzte Finger übergezogen wird, stopfe das Fleisch von zwei oder drei Muscheln hinein, binde ihn ordentlich zu und hängt ihn an den Haken. Damit könnte man stundenlang angeln und einen Fisch nach dem anderen herausholen. Den gefüllten Strumpf kann man immer wieder verwenden, da ja nichts kaputtgehen kann.

Leider ist in unserer Nähe nichts von einem Watt zu sehen. Ich sage zu meinem Vater "Ach komm, laß es uns erst noch einmal mit einem Pilker versuchen!" Er ist einverstanden und macht seine nagelneue Pilkrute zurecht. Ich habe noch eine alte kräftige Glasfieberrute gefunden, die muß es dieses Jahr machen.

Das Boot wird eingerichtet und los geht es. "Wo wollen wir anfangen?" frage ich als Bootsführer meinen Vater. Wir sind so ca. 50 Meter vom Ufer entfernt. "Na, halt mal an, probieren wir es erstmal hier." Ich stelle den Motor ab, warte, bis das Boot fast steht und lasse den Pilker das erste Mal hinunter.

Das dauerte nicht lange. "Das sind höchstens 20m bis zum Grund." sage ich und fange an mit pilken.

Die Strömung ist nicht so stark, wir sind ja auch in einem ruhigen Nebenarm des Tingvollfjordes. Wenn man sich so umsieht, könnte man eher meinen, dies wäre ein großer See. Ganz genau spüre ich, wie der Pilker auf dem Meeresgrund aufsetzt. Sobald man das merkt, muß man sofort wieder die Rute anheben, um lästige Hänger zu vermeiden.

Ich fange also an zu pilken. Ich habe noch keine fünfmal den Pilker wieder angehoben, da bemerke ich einen starken Widerstand. "Mist, Hänger" schimpfe ich. Aber was ist das! Mir zieht es die Rutenspitze ins Wasser und meine zu schwach eingestellte Rolle fängt in einem hohen Ton an zu surren!

"Das ist kein Hänger, das ist ein Fisch!!! Ich hab 'nen Fisch dran!!" rufe ich ganz aufgeregt. "Ruhig, ganz sachte." antwortet mir mein Vater. "Schön den Kontakt halten, Schnur geben, wenn er zu sehr zieht und langsam reinholen!" weist er mich an. Ich befolge seinen Rat, denn schließlich ist er ja der Angler in der Familie.

"Mann, der zieht aber! Muß das ein Brocken sein!" antworte ich. So langsam läßt der Fisch nach. Er hängt zwar noch schwer an der Angel, aber er kämpft nicht mehr so. Ganz langsam hole ich ihn ran. Es können höchstens noch 3m bis zur Oberfläche sein.

Mein Vater legt seine Rute beiseite und versucht mir zu helfen. "Ich sehe ihn!" ruft er. "Ooooch, ist das ein Brocken!" Ich bin total aufgeregt. Kurz darauf sehe ich ihn auch zum erstenmal. Wow! Das fängt ja gut an! Ohne große Probleme hab ich ihn kurze Zeit später im Boot. Mir klopft das Herz. Ein Dorsch von 58cm Länge und einem Gewicht von 4 Pfund ist mir nach nicht einmal 5 Minuten an die Angel gegangen.

Ist das ein Auftakt! Wir schauen uns an und lachen um die Wette. Aber es soll noch "schlimmer" kommen. Wir haben nicht einmal Zeit, den ersten Fisch zu bewundern, da haut es die Rute von Gerhard fast ins Wasser! "Ach Gott, meine Rute!" ruft Gerhard. Er kann sie gerade noch fassen, holt Kontakt und sagt "Das gibts doch nicht! Ich hab auch einen! Und was für einen!!"

Wir sind total happy. "Das glaubt uns kein Mensch!" rufe ich. Aber es ist tatsächlich so. Keine 10 Minuten geangelt und jeder von uns hat einen Dorsch gefangen. Ist das ein Auftakt. So kann es ruhig weitergehen.

Nach eineinhalb Stunden beenden wir die erste Angeltour.

Fazit: Mein Vater hat drei Dorsche und einen Schellfisch, ich den einen, dafür aber Größten. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie das Abendbrot war? Mir läuft jetzt beim Schreiben wieder das Wasser im Mund zusammen.;-)
Mmmhh! Hoffentlich war das nicht eine Eintagsfliege!

Gegen 23.00 Uhr, es ist noch taghell, machen wir noch eine Tour. Wir können auf diesem Fjord hinfahren wo wir wollen, hier fängt man überall Fisch. Es ist nicht viel tiefer als 25m und der Meeresboden voller kleiner Korallen. Ideale Bedingungen zum Pilken.

Jetzt verstehen wir auch unsere Wirtin. Entweder der Fisch beißt oder er beißt nicht. Wenn er beißt, dann überall.

3.45 Uhr zwingen wir uns zurückzukehren. Insgesamt haben wir 20 Fische gefangen! Was unter 40cm war, wurde alles wieder vorsichtig zurückgesetzt. Wir fingen Dorsche, Heringe, Köhler und Schellfisch. Der größte Fisch war wieder von mir, ein Dorsch von 67cm und 5,6 Pfund.

Das war ein Urlaubsbeginn nach Maß. Wie es weitergeht erfahrt Ihr demnächst, bis dahin

PETRI HEIL!