4. Tag Di, 30.05.2000
Zum Frühstück regnete es. Na gut, machen wir das Beste daraus. Es gibt ja kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Wir ziehen uns an und fahren gegen Mittag nach Engi und wollen wandern. Wir verlassen bei strömendem Regen unsere Hytte, fahren über den Berg und auf der anderen Seite den Berg hoch und siehe da, das Wetter wird immer besser! Wir wandern heute durch das Storedalen zum Huldafossen.
Eine genaue Beschreibung der Strecke ist in der Rubrik „Aktivitäten“ im Wandertipp 2 zu finden!
Es war einfach traumhaft. Die gewaltigen Berge zu allen Seiten, sogar eine kleine Lawine haben wir gesehen. Da ja der Fisch ausbleibt und wir nicht mit leeren Händen nach Hause fahren wollen, sammeln wir nun Steine als Mitbringsel. :-)
Kein einziger Mensch begegnete uns. Toni hielt wacker durch. Es gab ja auch soviel zu sehen und ich sorgte für ein wenig Spannung, indem ich vorneweg lief und ab und zu, von Toni unbemerkt, ein Bonbon auf den Weg fallen lies. Da kam natürlich Freude auf und so verging die Zeit wie im Flug.
Wir kamen über eine schön gelegene Bergwiese, die wir uns vormerkten und bei der wir auch gleich den Rucksack mit dem Vesper zurück ließen. Auf dem Rückweg machten wir hier eine längere Rast und genossen einfach die schöne Zeit.

Am Abend besuchten uns unsere Vermieter. Wir haben uns ganz gut in deutsch und englisch verständigen können. Der Mann ist Elektriker und arbeitet aller 2 Monate für 3 Wochen auf einer Bohrinsel. Arbeitszeit von 7-23:00Uhr! Die Bohrinseln sind in der Zeit außer Betrieb und werden umfassend gewartet. Die restliche Zeit arbeitet er auf seinem Grundstück, wo es genug zu tun gibt. Hier wachsen viele Obstbäume und eine Himbeerplantage gibt es auch.

Opa Gerhard und Toni waren dann am Abend noch angeln. Ergebnis: 1 kleiner Seestern. Na, das wird wohl nix mehr in diesem Jahr. Nach ein paar Spielrunden holt uns die Müdigkeit ein und es geht zu Bett.
5. Tag Mi, 31.5.2000
Das Wetter ist wieder wechselhaft. Aber wir kennen das, oft ist es von Tal zu Tal anders. Also beschließen wir, nach dem Einkauf in Fresvik wieder zu wandern, diesmal von Engi aus in das Kaldavatnet-Tal. Wir fahren wieder über den Berg und direkt durch die Wolken. Eigentlich möchte man bei diesem Wetter keinen Hund vor die Türe setzen. Aber wir haben wieder Glück. Eine halbe Stunde später ist es trocken und der Wanderung steht nichts im Wege.
Gegen 14:30 gehts los. Es geht stetig bergauf, immer an einem Wildwasser entlang. Nach 2 Stunden über Stock und Stein und gefährliche Schneefelder, die wir umgehen müssen, geben wir auf. Wir haben einen Höhenunterschied von ca. 400m hinter uns und der vor uns liegende Weg wird durch einen Windbruch unpassierbar. Auf dem Rückweg geht es zwar bergab, da der Weg aber so seine Tücken hat, wird es nicht gerade leichter.
Noch ein Hinweis zu den Schneefeldern. Die Schneedecke sieht ganz harmlos aus, ist aber nur 30-50cm dick, dann ist fast 2m Luft und darunter fließt das Schmelzwasser dem Bach entgegen. Eine Überquerung ist hier äußerst gefährlich!
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