Wir sind wieder im Aurlandsfjord, die Wellen werden noch höher, wir halten uns aber dicht am Ufer, da geht es einigermaßen. Toni ist mittlerweile eingeschlafen. Wir entdecken eine kleine Seehundkolonie, die sich sofort alle ins Wasser stürzen und das erste mal sehen wir direkt über uns ein Seeadlerpaar! Einfach gigantisch. Leider waren sie schon ziemlich weit weg, bis ich den Fotoapparat bereit hatte.

Bei hohem Wellengang und absoluter Ebbe kommen wir dann endlich an. Wir sind ganz überrascht, wie stark heute die Tide ist. Wo wir sonst 2 oder maximal 3 Stufen den Anlegesteg hoch mussten, war dieser nun fast komplett freigelegt. Gerhard pflückt sich sein Abendbrot – Muscheln! Und er ist hochzufrieden damit. Der sehr schöne Tag geht mit Rummikop zu Ende.
7. Tag Fr, 02.06.2000
Aufstehen um 8:00Uhr bei Regen. Jedoch versucht die Sonne hier und da durchzukommen. Das Angeln haben wir aufgegeben, das wird nix mehr. Lieber wollen wir heute eine ausgedehnte Tour mit dem Auto machen. Wir planen mit der Fähre von Vangsnes über Hella nach Dragsvik und hinauf auf das Gaularfjell zu fahren, unseren liebsten und meistbesuchten Aussichtspunkt.
Nachdem wir an der Fähre feststellten, dass ich das falsche Portemonnaie mit habe, fuhren wir schnell nach Vik und tauschten nochmals Geld. Zurück an der Fähre haben wir noch eine halbe Stunde Zeit und besuchen die Fritjov-Statue. Das Geschenk des dt. Kaisers Wilhelm II. ist schon sehr imposant. Von hier oben hat man auch einen schönen Blick über den Sognefjord.
Die zurückgelegte Strecke ist Besuchern des Sognefjordes sehr zu empfehlen. Eine genaue Beschreibung findet Ihr demnächst in der Rubrik Aktivitäten! Im Fotoalbum, in der Galerie 1 „90 Kilometer“ findet ihr auch Bilder von dieser Strecke.
Das Wetter wird leider immer schlechter, die Berge verstecken sich in den Wolken und es regnet oft. Man hat keine Weitsicht, das ist nicht so schlimm, denn die Berge wirken so noch unwirklicher und mächtiger. Da kommt eine ganz andere Stimmung auf, man fühlt sich so klein wie ein Sandkorn in der Wüste.
Um Toni bei der Stange zu halten, veranstalten wir einen kleinen Wettbewerb. Wir haben noch eine Tafel Schokolade und die wird erst aufgemacht, wenn jemand einen Elch sichtet. Nach vielen „Fehlsichtungen“ und spaßhaften Streit „Das war kein Elch, das war ne Ziege!“ oder „Jens, Du brauchst ne Brille.“ beförderten wir letztendlich ein Schaf und einen Hasen zum Elch und öffneten die Schokolade. :-)
Es geht weiter über die Hochebene. Nachdem wir an deren Ende zwischen meterhohen Schneewänden einer abgebrochenen (und nun fast die ganze Straße versperrenden) Schneewand ausgewichen sind, stehen wir plötzlich und nun schon zum 4. Mal an unserem liebsten Aussichtspunkt Norwegens – auf dem Gaularfjell. Leider ist nicht viel zu sehen bei dem Wetter. Auch die Toni versprochene Schneeballschlacht lassen wir bei dem Regen und eiskaltem Wind ausfallen. Das Außenthermometer zeigt auch nur 4°C an.
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