
Wir sind nun die Serpentine hinunter und durch das Bårdalen wieder auf dem Heimweg. An der Fähre angekommen, bessert sich das Wetter. Auf der Rückfahrt können wir wunderschöne Regenbögen über dem Sognefjord bestaunen. Konnte es nicht ein paar Stunden früher so schön sein?
In unserer Hytte angekommen, geht es ans Packen, denn es ist die letzte Nacht. Ein bisschen wehmütig gehen wir noch einmal zum Anlegesteg und pflücken Muscheln. Heute isst selbst Toni welche zum Nachtisch. Für mich ist das nichts, in meinen Augen eignen sich Muscheln nur als gute Angelköder. ;-)
Dafür hielt ich mich an die Lachskoteletts, die wir aus der Kühltruhe des Fresviker Ladens „angelten“. *räusper*
8. Tag Sa,03.06.2000
Um 8:00 Uhr geht die Heimfahrt los – bei Sonnenschein! Unterwegs am Sognefjord geht ein ganz kurzer, aber kräftiger Gewitterguss nieder, danach scheint die Sonne und wieder sehen wir einen tollen Regenbogen direkt über dem Fjord. Wahnsinn!
In Vik kontrollieren wir an der Tankstelle die Luft und treffen einen Schneepflug, der gerade von der Arbeit kam! Oh Oh, was hat das zu bedeuten? Wir haben den 3. Juni! Wenig später sind wir auf dem Vikafjell und sehen es. Frischer Schnee auf den Bergspitzen, neue Verwehungen am Straßenrand, auf der Straße zum Glück nur Schneematsch.
Für die Heimfahrt haben wir die Strecke über den Eidfjord und entlang der Hardangervidda nach Geilo – Kongsberg – Oslo gewählt. Es geht die Rv13 entlang, vorbei am Tvinnefossen nach Voss und weiter an den Eidfjord. Von Bruravik setzen wir mit der Fähre nach Brimnes über. Vor Eidfjord fragt uns Toni, was die, aller hundert Meter auftauchenden, Ampeln bedeuten. Wir erklären ihm, dass sie nur Rot blinken, wenn die Hardangervidda wegen Schneefall oder Sturm gesperrt ist. Aber wir haben ja fast Sommer, da kann nichts passieren. Denken wir!
Wir fahren die Serpentine hoch und kommen an den Vøringfossen. Ein gewaltiger, imposanter Wasserfall. Wir gehen bis zur Kante, Opa Gerhard bleibt lieber zurück und hat mächtig Angst um Toni.
Aber ich passe schon auf, dass nichts passiert. Auf dem Rückweg zum Auto versucht uns ein Norweger etwas mitzuteilen, wir verstehen aber nur schlecht, was er meint. Meinte er wirklich, die Hardangervidda sei gesperrt?
Wir setzen unseren Weg fort und trauen unseren Augen nicht. Nur wenige Kilometer weiter ist eine Schranke geschlossen und einige Autos stehen davor! Die Straße ist tatsächlich wegen Schneeverwehungen geschlossen! Wir können es kaum glauben, wir haben nur noch wenige Stunden Zeit, dann fährt die Fähre. Ein wenig Panik kommt auf. Warten oder eine andere Strecke fahren? Die Karte wird hervorgeholt und geguckt und gemessen. Wenn wir die Hardangervidda westlich über Odda umfahren, sind es 200km mehr! Aber es wäre machbar.
Kurzentschlossen setzen wir uns ins Auto und drehen um. Die nächsten 300km brennt uns die Zeit unter den Nägeln und das gemütliche 80km/h-Limit wird oftmals überschritten, zum Glück ohne Folgen. Hinter Odda kommen wir am Latefossen vorbei, es reicht aber nur für eine kurze Besichtigung und ein Foto, dann geht es rasant weiter. Die Gegend kennen wir zum Glück und leider haben wir im Moment auch wenig Sinn für die schöne Landschaft. Als wir in der Telemark sind und nachrechnen, dass wir die Fähre schaffen können, kommt etwas Ruhe auf. Die Zeit reicht auch für eine kurze Brotzeit.
Puh, wir kommen in Oslo an, als gerade das Einchecken beginnt. Da haben wir ja noch mal mächtig Glück gehabt. Das haben wir einzig Opa Gerhard, dem umsichtigen Fernfahrer zu verdanken, der in weiser Voraussicht immer ein gutes Zeitpolster einplant!
Mit der Color Festival geht es nach Hirtshals. Bei bestem Wetter fahren wir durch den Oslofjord und verabschieden uns von Norwegen. Es war wieder - trotz Misserfolge beim Angeln und viel Regen:
ein traumhafter, unvergesslicher Urlaub!
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