Land in Sicht
Der Wecker klingelt. Es ist 7.00 Uhr. Geschlafen haben wir gut. Das sanfte Schaukeln der Fähre, die 2 (oder waren es 3?) Bier an der Bar gestern Abend – das hat geholfen, in dieser engen Oberkoje einzuschlafen. Bloß gut, dass wir diesmal im sechsten Stockwerk untergebracht wurden. Man kann niemandem mit einem leichten Schlaf die Unterdecks empfehlen. Laute Maschinengeräusche und das Vibrieren der Dieselmotoren – da braucht man einige Bier, um einschlafen zu können.
Zeit zum Frühstück. Für eine Pauschale (1997 waren es noch 17,-DM) bekommt man Kaffee satt und ein Frühstück wie man es will. Die lange Selbstbedienungstheke läßt kaum Wünsche offen. Ich entscheide mich heute für ein „English Breakfast“. Dann ein erster Blick auf Deck. Schon seit einer Stunde fahren wir durch den Oslofjord. Und noch ungefähr eine Stunde dauert es bis zur Ankunft.
Wir haben noch Zeit, einen Rundgang durch dieses gewaltige Monster von einem Schiff zu machen. Wie kann so ein, zugegebenermaßen eleganter, Eisenklotz mit mehreren hundert Autos und Trucks an Bord überhaupt schwimmen? Dieses Schiff, die „Prinsesse Ragnhild“ der ColorLine hat insgesamt 12 Decks! Wenn man das Erstemal in so ein Schiff einfährt, kommt man sich eher wie in einem großen Parkhaus vor. Nur dass die Zufahrten in die unteren Decks ziemlich eng geraten sind.
Aber keine Angst, eine ganze Truppe von Helfern lotsen einen an die richtige Stelle. Bei der Einfahrt gilt es sich gut einzuprägen, auf welchem Deck, welchem Ausgang und welchem Schott sich das Auto befindet. Es ist nicht lustig, verzweifelt nach seinem Auto zu suchen! Hier haben sich schon einige verlaufen.
Aber zurück zu unserem Rundgang. Auf 2 Etagen findet man so alles, was das Herz begehrt. Mehrere Bars, Kino, Kinderspielplatz, Taxe Free-Shops, ja sogar ein kleines Spielkasino mit Roulette- und BlackJack-Tischen sind vorhanden. Und dann natürlich die „Einarmigen Banditen“ an jeder Ecke! Genau richtig, um auf der Heimfahrt die letzten Norwegenkronen loszuwerden. ;-)
Von den beiden oberen Etagen kommt man auch ins Freie. Eine Menge Liegen laden zum Sonnenbad ein. Leider ging gestern Abend ein dermaßen starker Wind, dass wir trotz Sonnenschein darauf verzichten mussten.
Die Fähre wird langsamer. Die Anlegestelle ist in Sicht. Zeit, die Sachen zu holen und sich auf den Weg zum Auto zu machen.
Zollkontrolle!
Das dauert! Wir stehen mit unserem Auto im untersten Deck und müssen warten, bis alle Fahrzeuge der oberen Decks das Schiff verlassen haben. Mit 2 Stunden Verspätung verlassen wir das Schiff.
Aber das wussten wir ja und haben uns darauf eingerichtet. Wenn es heißt, die Fähre ist 9.00 Uhr in Oslo, so heißt das noch lange nicht, dass man 9.00 Uhr an Land ist. Dazu kam noch, dass wir die ganze Fahrt einen starken Gegenwind hatten. Jetzt nur noch am Zoll vorbei, und der Urlaub kann beginnen.
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