Ein netter Zöllner kontrolliert unsere Pässe, fragt nach dem wohin und der Aufenthaltszeit und dann diese unangenehme Frage. „Haben Sie etwas zu verzollen?“ „Nein“ , antwortet Gerhard. „Haben Sie Zigaretten dabei?“ „Ja, jeder eine Stange.“ Das ist erlaubt. Genau so, wie jeder 2 Liter Bier und 1 Liter Schnaps und Wein mit einführen darf. Nur, Alkohol ist in Norwegen teuer und das Bier schmeckt… nun, da sind wir Deutschen zu verwöhnt. Also benutzen wir die leeren Fischkisten, um einen kleinen Vorrat mitzunehmen.
Und da kommt diese vermaledeite Frage. „Haben Sie Alkohol dabei?“ Was jetzt? Gerhard beginnt ganz bedächtig aufzuzählen.
„Naja, eine Flasche Obstler für den Hauswirt, eine Flasche Sekt für die Wirtin und so“ er beginnt an den Fingern abzuzählen, wieviel Büchsen Bier wir dabei haben. Der Zöllner unterbricht Ihn. „Eine Palette?!“ Ganz unschuldig antwortet Gerhard „Ja, so ungefähr.“ Der Zöllner grinst und wünscht uns einen angenehmen Aufenthalt.
Nachdem wir 50 Meter weitergefahren sind, atmen wir erstemal ganz tief durch! Das war das erste Beispiel, wie nett und gutmütig die hiesigen Bewohner sind. Nachdem wir das Hafengelände verlassen haben, geben wir uns die Hand und wünschen dem anderen ein »Willkommen in Norwegen!« Eine kleine Geste, die sich so bei uns eingebürgert hat.
Wir sind auf der E16, noch in Oslo. Nicht mehr lange und wir werden wieder einmal fasziniert sein von der einzigartigen Natur dieses wundervollen Landes.
Schnee!
Wir befinden uns jetzt kurz vor Hönefoss. Schon seit geraumer Zeit fahren wir entlang des Tyrifjorden. Sanfte Berge, saftig grüne Wiesen und viel Wald bestimmen die Natur. In der ferne sehen wir schon schneebedeckte Berge. Müssen wir dort durch? Ab Hönefoss geht es jetzt weiter auf der E7. Das nächste Ziel ist Gol. Zeit, eine Kaffeepause einzulegen. Der Propangaskocher wird ausgepackt und vom nächsten Wasserfall holen wir uns das Kaffeewasser. Ja, das kann man hier noch. Da schmeckt der Kaffee ganz besonders gut. Mittlerweile ist das schon zu einer Tradition geworden. Kaffee gibts immer erst am nächsten erreichbaren Wasserfall. :-)
Die Natur ändert sich langsam. Die Bäume werden immer kleiner, wir kommen immer höher in das Gebirge. Zusehends wirken die Berge zu beiden Seiten immer gewaltiger. Vereinzelte Wasserfälle, wenig Verkehr und eine dünne Besiedlung bestimmen jetzt das Bild dieser Landschaft. Die Außentemperatur geht um mindestens 10 Grad zurück.
Plötzlich geht es nur noch bergab. Wir nähern uns Gol. Vor dem Ort steht auf der linken Seite eine große alte Stabkirche.
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